Chaos.Combo und wie der Wahnsinn einen Anfang nahm.
(Ich hoffe, Sie haben Zeit?)
Eigentlich wollte ich nie Kinder haben. Jetzt stehen drei vor mir. Einer davon, der Junge, „gehört“ mir. Er ist elf Jahre alt und der Mensch, mit dem ich die bisher konstanteste Beziehung meines Lebens habe, sprich am längsten zusammenlebe – möglicherweise, weil ich mir bisher schwergetan habe, ihn aus der Wohnung zu werfen. Die anderen beiden Kinder sind Mädchen, jeweils 13 und sind die Töchter meines Mannes, mit dem ich seit fünf Jahren liiert und seit zweineinhalb Jahren verheiratet bin. Wenn Sie Zweifel hegen, ob ich noch ganz dicht bin, dann pflichte ich ihnen bei.
Damit Sie sich ein Bild davon machen können, wer ich bin und wie die Chaos.Combo entstanden ist, ... beginnt hier mal die Vorstellung, weil:
Ich persönlich kann das ja gar nicht haben, wenn man eine Geschichte liest, die noch dazu in der Ich-Form geschrieben ist und man keine Ahnung hat, wer „ich“ nun ist.
Und nicht nur das! Wenn „ich“ außerdem jemand ist, in dessen Leben ich mich so gar nicht reinversetzen kann oder will, dann lese ich nicht mehr weiter. Möglicherweise liegt das am meinem zugegeben mangelndem Einfühlungsvermögen, aber ich tu mir außerordentlich schwer damit, mich mit einem 47-jährigen Bankräuber zu identifizieren. Oder einer Figur wie Madame Butterfly. Oder mit Maria Fekter. Das geht gar nicht.
Aber ich sehe schon, ich schweife ab.
Ich bin 35 Jahre, fühle mich an manchen Tagen doppelt so alt (und wenn ich mit den Damen Freundinnen anständig ausgegangen bin seh´ ich auch so aus!) und bin das, was man schlicht „Durchschnitt“ nennt. Wäre ich ein BH, wäre ich 80 A.
Ich bringe mein Leben so irgendwie, ähm, ganz passabel auf die Reihe, bin aber weit davon entfernt alles im Griff zu haben. Hin und wieder orten andere Personen bei mir menschliche Schwächen – was ich aber meist sehr eloquent abschmettere.
Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass es in meinem Blog nicht möglich ist, Kommentare abzugeben? Das hat einen guten Grund: Ich vertrage keine Kritik und halte nur meine eigene Meinung für relevant.
Nein, das war ein Scherz! Ich wollte nur mal so cool sein wie Karl Lagerfeld - der hatte kürzlich in einem Interview einem Journalisten erklärt, dass für ihn nur seine eigene Meinung zähle. UND JA, danke für die Zwischenrufe: Ich weiß, dass DER sich das leisten kann!!
Der Grund, warum ich eigentlich keine Kinder wollte: Du wirst sie nicht mehr los.
Und ich bin – oder war? – nicht so der längerfristige Typ. Ich lebte in Jahresrhythmen. Aus diesem Grund wechselten meine Liaisonen zu Männern alle vier Jahre. Möglicherweise hat es damit zu tun, dass ich durch die Schulzeit, die ja alle vier Jahre andere Formen annimmt – Volkssschule, Gymnasium, Studium (okay, das dauerte „etwas“ länger) – unterbewusst derart geprägt wurde, dass ich de facto gezwungen war, diesen Rhythmus beizubehalten. DAS SYSTEM ist an meiner Unbeständigkeit schuld!!!
Andrerseits: Unbeständige Frauen wie ich haben den Vorteil, dass sie leichter zu ertragen sind, als eintönige. Manchmal werden sie umgebracht, aber nur selten verlassen.
Weil es meistens anders kommt, Sie wissen schon, bekam ich dann doch ein Kind und zwar mit Kerl Nr.2, was Eltern, gutmeinende Freunde und Bankberater schockte. Zwar lege ich nur wenig Wert auf die Meinung der angeführten Personengruppen, aber ich diesem Punkt verstehe ich im Nachhinein die Ressentiments ohne jetzt großartig auf die Schwachstellen des Vaters meines Sohnes draufhauen zu müssen.
Dann kam Kerl Nr. 3, der sich scheiden ließ, nachdem er mich kennenlernte, Frau und Kind gegen neue Frau und Kind „tauschte“ und die nächsten vier Jahre darunter litt, selbiges getan zu haben – quasi seinen roten Golf gegen einen blauen getauscht zu haben. Vielleicht hat er aber nur darunter gelitten, dass er so blöd war, einen Golf gegen einen Golf zu tauschen und nicht gegen einen Jaguar – sinnbildlich gesprochen. Mein Sohn, der übrigens Valentin heißt, mochte Kerl Nr. 3 nicht wirklich, hatte aber auch keine großartigen Aversionen gegen ihn. Insofern war es auch nicht schlimm, als ich nach Ablauf der Vierjahres-Frist das Verhältnis zu ihm beendete und wegzog.
Ich will nicht ins Detail gehen, aber korrekterweise muss ich zugeben, dass eigentlich er mit mir Schluss gemacht hatte. Am heiligen Abend! Im Nachhinein gefällt mir der Gedanke, dass er nicht an einem x-beliebigen Tag mir eine x-beliebige E-Mail geschrieben hat, in welcher er das Ende unserer mittlerweile sehr spröden Beziehung ins Haus gestellt hat, sondern den Abend der Abende, den heiligen, gewählt hat, um mich in wenigen Worten über das Ende des Gefühlsbades zu informieren: „Ich kann nicht mehr“.
Ein Satz, der wirkt – wie ich meine.
Mit der Absicht, nie wieder einen Mann mit lebender Vergangenheit, sprich Kind und (Ex-)frau näher kennenzulernen, traf ich auf Stefan – und seitdem bin ich bemüht, mein Karma im Ausgleich zu halten. Denn:
Der gute Mann, der nun meiner ist, hat eine äußerst lebhafte Vergangenheit in Form von zwei (!) Kindern. Zwillingen. Mädchen. Lea und Lilli. Und einer – um es euphemistisch auszudrücken - furiosen Exfreundin.
Das wusste ich damals noch nicht. Das und vieles mehr.
Eigentlich wollte ich nie Kinder haben. Jetzt stehen drei vor mir. Einer davon, der Junge, „gehört“ mir. Er ist elf Jahre alt und der Mensch, mit dem ich die bisher konstanteste Beziehung meines Lebens habe, sprich am längsten zusammenlebe – möglicherweise, weil ich mir bisher schwergetan habe, ihn aus der Wohnung zu werfen. Die anderen beiden Kinder sind Mädchen, jeweils 13 und sind die Töchter meines Mannes, mit dem ich seit fünf Jahren liiert und seit zweineinhalb Jahren verheiratet bin. Wenn Sie Zweifel hegen, ob ich noch ganz dicht bin, dann pflichte ich ihnen bei.
Damit Sie sich ein Bild davon machen können, wer ich bin und wie die Chaos.Combo entstanden ist, ... beginnt hier mal die Vorstellung, weil:
Ich persönlich kann das ja gar nicht haben, wenn man eine Geschichte liest, die noch dazu in der Ich-Form geschrieben ist und man keine Ahnung hat, wer „ich“ nun ist.
Und nicht nur das! Wenn „ich“ außerdem jemand ist, in dessen Leben ich mich so gar nicht reinversetzen kann oder will, dann lese ich nicht mehr weiter. Möglicherweise liegt das am meinem zugegeben mangelndem Einfühlungsvermögen, aber ich tu mir außerordentlich schwer damit, mich mit einem 47-jährigen Bankräuber zu identifizieren. Oder einer Figur wie Madame Butterfly. Oder mit Maria Fekter. Das geht gar nicht.
Aber ich sehe schon, ich schweife ab.
Ich bin 35 Jahre, fühle mich an manchen Tagen doppelt so alt (und wenn ich mit den Damen Freundinnen anständig ausgegangen bin seh´ ich auch so aus!) und bin das, was man schlicht „Durchschnitt“ nennt. Wäre ich ein BH, wäre ich 80 A.
Ich bringe mein Leben so irgendwie, ähm, ganz passabel auf die Reihe, bin aber weit davon entfernt alles im Griff zu haben. Hin und wieder orten andere Personen bei mir menschliche Schwächen – was ich aber meist sehr eloquent abschmettere.
Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass es in meinem Blog nicht möglich ist, Kommentare abzugeben? Das hat einen guten Grund: Ich vertrage keine Kritik und halte nur meine eigene Meinung für relevant.
Nein, das war ein Scherz! Ich wollte nur mal so cool sein wie Karl Lagerfeld - der hatte kürzlich in einem Interview einem Journalisten erklärt, dass für ihn nur seine eigene Meinung zähle. UND JA, danke für die Zwischenrufe: Ich weiß, dass DER sich das leisten kann!!
Der Grund, warum ich eigentlich keine Kinder wollte: Du wirst sie nicht mehr los.
Und ich bin – oder war? – nicht so der längerfristige Typ. Ich lebte in Jahresrhythmen. Aus diesem Grund wechselten meine Liaisonen zu Männern alle vier Jahre. Möglicherweise hat es damit zu tun, dass ich durch die Schulzeit, die ja alle vier Jahre andere Formen annimmt – Volkssschule, Gymnasium, Studium (okay, das dauerte „etwas“ länger) – unterbewusst derart geprägt wurde, dass ich de facto gezwungen war, diesen Rhythmus beizubehalten. DAS SYSTEM ist an meiner Unbeständigkeit schuld!!!
Andrerseits: Unbeständige Frauen wie ich haben den Vorteil, dass sie leichter zu ertragen sind, als eintönige. Manchmal werden sie umgebracht, aber nur selten verlassen.
Weil es meistens anders kommt, Sie wissen schon, bekam ich dann doch ein Kind und zwar mit Kerl Nr.2, was Eltern, gutmeinende Freunde und Bankberater schockte. Zwar lege ich nur wenig Wert auf die Meinung der angeführten Personengruppen, aber ich diesem Punkt verstehe ich im Nachhinein die Ressentiments ohne jetzt großartig auf die Schwachstellen des Vaters meines Sohnes draufhauen zu müssen.
Dann kam Kerl Nr. 3, der sich scheiden ließ, nachdem er mich kennenlernte, Frau und Kind gegen neue Frau und Kind „tauschte“ und die nächsten vier Jahre darunter litt, selbiges getan zu haben – quasi seinen roten Golf gegen einen blauen getauscht zu haben. Vielleicht hat er aber nur darunter gelitten, dass er so blöd war, einen Golf gegen einen Golf zu tauschen und nicht gegen einen Jaguar – sinnbildlich gesprochen. Mein Sohn, der übrigens Valentin heißt, mochte Kerl Nr. 3 nicht wirklich, hatte aber auch keine großartigen Aversionen gegen ihn. Insofern war es auch nicht schlimm, als ich nach Ablauf der Vierjahres-Frist das Verhältnis zu ihm beendete und wegzog.
Ich will nicht ins Detail gehen, aber korrekterweise muss ich zugeben, dass eigentlich er mit mir Schluss gemacht hatte. Am heiligen Abend! Im Nachhinein gefällt mir der Gedanke, dass er nicht an einem x-beliebigen Tag mir eine x-beliebige E-Mail geschrieben hat, in welcher er das Ende unserer mittlerweile sehr spröden Beziehung ins Haus gestellt hat, sondern den Abend der Abende, den heiligen, gewählt hat, um mich in wenigen Worten über das Ende des Gefühlsbades zu informieren: „Ich kann nicht mehr“.
Ein Satz, der wirkt – wie ich meine.
Mit der Absicht, nie wieder einen Mann mit lebender Vergangenheit, sprich Kind und (Ex-)frau näher kennenzulernen, traf ich auf Stefan – und seitdem bin ich bemüht, mein Karma im Ausgleich zu halten. Denn:
Der gute Mann, der nun meiner ist, hat eine äußerst lebhafte Vergangenheit in Form von zwei (!) Kindern. Zwillingen. Mädchen. Lea und Lilli. Und einer – um es euphemistisch auszudrücken - furiosen Exfreundin.
Das wusste ich damals noch nicht. Das und vieles mehr.
quakexpress - 30. Okt, 14:43
